Ab an deinen echten Raspberry Pi!
In Folge 1 hast du alles im Browser gelernt. Jetzt wird es ernst: Du schließt deinen echten Pi an, holst ihn ins Internet und installierst dein erstes eigenes Programm. Bereit?
🧭 So funktioniert diese Folge
Diese Folge ist kürzer als Folge 1 – nur 3 Stationen, dafür alle an deinem echten Gerät. Nimm dir Zeit, hetz nicht durch. Hol dir einen Erwachsenen dazu, falls etwas unklar ist.
Dein Pi wird lebendig
Du lernst: Wie man den Pi richtig anschließt, startet – und auch wieder sicher ausschaltet.
Jetzt wird es konkret! Bevor du deinen Pi zum ersten Mal startest, kommt es auf die richtige Reihenfolge an. Genau wie beim Anziehen – erst die Socken, dann die Schuhe – gibt es auch hier eine Reihenfolge, die Sinn macht.
🔌 Die richtige Reihenfolge
- Die SD-Karte in den Steckplatz auf der Unterseite schieben.
- Bildschirm per HDMI-Kabel anschließen.
- Tastatur und Maus einstecken (per USB).
- Zuletzt das Stromkabel einstecken – erst dann startet der Pi.
Strom kommt immer als Letztes. Sobald Strom fließt, startet der Pi sofort von der SD-Karte – darum sollte vorher schon alles andere stecken.
Zieh die vier Schritte in die richtigen Kästchen – von 1 (zuerst) bis 4 (zuletzt).
Jetzt du! Schließe deinen Pi in genau dieser Reihenfolge an. Wenn alles steckt und du das Stromkabel einsteckst, sollte eine kleine grüne LED auf dem Board blinken – das Zeichen, dass dein Pi startet.
🛑 Richtig ausschalten
Genauso wichtig wie das Einschalten ist das richtige Ausschalten. Niemals einfach den Stecker ziehen! Das kann die SD-Karte beschädigen, weil der Pi gerade dabei sein könnte, etwas zu speichern.
- Klicke im Startmenü (🍓) ganz unten auf „Shutdown" / „Herunterfahren".
- Warte, bis der Bildschirm ganz schwarz ist und die grüne LED nicht mehr blinkt.
- Erst jetzt darfst du das Stromkabel ziehen.
Ein Pi ist wie ein Buch, in dem gerade geschrieben wird: Wenn du es einfach zuklappst (Stecker raus), können Seiten verloren gehen. Über das Menü herunterfahren ist wie das Buch ordentlich zuzumachen.
🧠 Schnell-Check: Wie schaltest du den Pi sicher aus?
Mit der Welt verbinden
Du lernst: Wie dein Pi sich mit dem WLAN verbindet, um ins Internet zu kommen.
Damit dein Pi im Internet surfen, Updates holen oder Software installieren kann, braucht er eine Verbindung zum WLAN – genauso wie dein Tablet oder Handy zuhause.
📶 So verbindest du dich
- Schau oben rechts in der Taskleiste nach dem kleinen Funkwellen-Symbol.
- Klicke einmal darauf – eine Liste mit WLAN-Namen erscheint.
- Finde euer WLAN (frag einen Erwachsenen nach dem Namen, falls du ihn nicht kennst) und klicke darauf.
- Gib das WLAN-Passwort ein und bestätige.
- Nach ein paar Sekunden zeigt das Symbol an, dass du verbunden bist.
Dein Pi merkt sich das WLAN-Passwort. Beim nächsten Start verbindet er sich automatisch wieder – du musst es nur einmal eingeben.
Hier ist die Taskleiste deines Pi nachgebaut. Klick auf das Symbol, mit dem man sich ins WLAN einwählt.
Verbinde deinen Pi jetzt wirklich mit eurem WLAN. Wenn es geklappt hat: Öffne den Browser und besuche eine Webseite, zum Beispiel raspberrypi.com – wenn sie lädt, bist du im Internet!
🧠 Schnell-Check: Wofür brauchst du eine WLAN-Verbindung?
Dein erstes Programm installieren
Du lernst: Wie man neue Software auf den Pi bringt – per Klick und per Terminal.
Jetzt kommt der spannendste Teil: Du installierst dein erstes eigenes Programm! Erinnerst du dich an die zwei Wege, mit dem Pi zu sprechen (Klicken oder Tippen)? Beim Installieren gibt es sie auch beide.
🖱️ Weg 1: Über die grafische Oberfläche
- Öffne das Startmenü (🍓) → Einstellungen → „Add/Remove Software" (Hinzufügen/Entfernen von Software).
- Tippe oben in die Suche den Namen des Programms ein.
- Setz ein Häkchen davor und klicke auf „Apply" / „Übernehmen".
- Gib einmal das Passwort ein – das Programm wird installiert.
⌨️ Weg 2: Über das Terminal
Das geht oft noch schneller. Zuerst aktualisierst du die Liste der verfügbaren Programme:
Dann installierst du das Programm mit apt install:
Das kleine Wort sudo davor bedeutet „mit Administrator-Rechten" – du erlaubst dem Computer ausdrücklich, etwas Wichtiges zu verändern. Beide Wege (Klicken und Tippen) machen im Hintergrund genau dasselbe: Sie holen das Programm aus einem riesigen, kostenlosen Online-Lager namens Repository.
Dieses Terminal funktioniert wirklich! Tippe die beiden Befehle genau wie oben gezeigt ein und drücke jeweils ⏎. Wenn cowsay installiert ist, probier es gleich aus: cowsay Hallo!
🎯 Mission: Die sprechende Kuh
- Liste aktualisieren:
sudo apt update - cowsay installieren:
sudo apt install cowsay - Die Kuh sprechen lassen:
cowsay Hallo!
Jetzt richtig, an deinem echten Gerät! Öffne das Terminal und installiere cowsay wirklich. Wenn es fertig ist, lass die Kuh etwas sagen – am besten deinen eigenen Namen!
Das Muster sudo apt install <Name> funktioniert für tausende verschiedene Programme – nicht nur für cowsay! Probier doch noch zwei weitere lustige Terminal-Programme aus:
figlet verwandelt normalen Text in riesige Buchstaben aus Zeichen – perfekt für coole Überschriften im Terminal.
cmatrix lässt grüne Zeichen wie im Film „Matrix" über den Bildschirm regnen. Mit Strg+C beendest du es wieder.
🧠 Schnell-Check: Was bedeutet sudo?
Glossar – neue Wörter aus Folge 2
Diese Begriffe kommen zu deinem Wissen aus Folge 1 dazu.
- WLAN
- Eine drahtlose Verbindung zum Internet, ähnlich wie bei Handy oder Tablet.
- Herunterfahren
- Den Computer sicher und ordentlich ausschalten, über das Menü statt über den Stecker.
- apt
- Das Werkzeug, mit dem Raspberry Pi OS Software installiert, aktualisiert und entfernt.
- sudo
- Ein Befehlszusatz, der „mit Administrator-Rechten ausführen" bedeutet.
- Repository
- Ein riesiges, kostenloses Online-Lager mit Software für Raspberry Pi OS.
- Paket
- Ein einzelnes Programm, so wie es im Repository gespeichert ist.
Das hast du in Folge 2 gelernt
Ein kurzer Rückblick auf deine Reise am echten Gerät.
Du hast heute richtig viel an deinem echten Pi gemacht! Du kennst jetzt …
- … die richtige Reihenfolge zum Anschließen: SD-Karte, Bildschirm, Tastatur/Maus, zuletzt Strom.
- … wie man den Pi sicher herunterfährt, ohne die SD-Karte zu gefährden.
- … wie man sich mit dem WLAN verbindet und ins Internet kommt.
- … wie man Software über die GUI (Add/Remove Software) installiert.
- … wie man Software über das Terminal mit
sudo apt installinstalliert. - … dein erstes eigenes Programm: cowsay! 🐮 Und vielleicht hast du auch schon figlet oder cmatrix ausprobiert.
Du hast jetzt beides geschafft: im Browser verstehen (Folge 1) und am echten Gerät anwenden (Folge 2). Damit bist du startklar für eigene Projekte!
Bonus-Quiz
Freiwillig! Teste, wie viel du dir aus Folge 2 gemerkt hast.
Diese Fragen sind freiwillig – du kannst auch direkt weitergehen. Kein Druck!
🧠 Was macht der Befehl sudo apt install cowsay?
🧠 Was ist WLAN?
🧠 Was passiert, wenn du sudo apt update eingibst?
Was kommt als Nächstes?
Ein Blick auf Folge 3.
Jetzt kannst du deinen Pi bedienen, verbinden und mit Software ausstatten. In Folge 3 wird es richtig kreativ – du erschaffst zum ersten Mal selbst etwas:
- 🧩 Was Programmieren eigentlich bedeutet – ganz ohne Fachchinesisch erklärt.
- 🐱 Erste Schritte mit Scratch – bunte Programmierklötze zum Zusammenklicken.
- 🐍 Dein erstes Python-Programm – nur wenige Zeilen Text, die etwas bewirken.
- 🎮 Zum Abschluss: dein eigenes kleines Mini-Spiel in Scratch, von Anfang bis Ende selbst gebaut!
Bis dahin: Lass die Kuh ruhig noch ein paar lustige Sachen sagen! 🐮